Geschichte wird in
Nachlässen bewahrt.

Briefe, Tagebücher, Ausrüstungsgegenstände, Orden – sie sind die engmaschigsten Zeugnisse militärischer Geschichte. Das Institut für Militärgeschichte erschließt, konserviert und bewahrt sie: zentral, vollständig und dauerhaft zugänglich für Wissenschaft und Gesellschaft.

Individualgeschichte als historische Methode

An einzelnen Menschen lässt sich historische Komplexität klarer greifen als an Truppenstärken und Schlachtplänen. Ein Brief, ein abgenutzter Gegenstand aus dem Gepäck, ein Foto – sie beschreiben die Erfahrungsebene militärischer Auseinandersetzungen mit einer Präzision, die kein Lagebericht erreicht.

Das ist keine sentimentale Betrachtung. Es ist eine wissenschaftliche Methode: die Individualgeschichte als Zugang zu den Strukturen, Dynamiken und menschlichen Dimensionen militärischer Konflikte. Schriftliche Quellen und materielle Objekte ergänzen sich dabei untrennbar.

„Auch das Unscheinbare zählt. Eine Feldpostnummer, ein Soldbuch mit handschriftlichen Einträgen, eine abgetragene Uniform – solche Details verorten Menschen in Einheiten, Orten und Zeiträumen, die ohne sie unsichtbar blieben."
Aus der wissenschaftlichen Erschließungspraxis des Instituts

Was wir tun

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Bewahren

Schriftgut, Fotografien, Objekte und alle weiteren Materialien eines Nachlasses werden nach VDR-Richtlinien konserviert und klimakontrolliert gelagert – physisch und digital, nach DIN 31644, mit dem Zeithorizont von Generationen.

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Erschließen

Jeder Nachlass wird wissenschaftlich verzeichnet und historisch kontextualisiert nach ISAD(G). Nicht nur inventarisiert – sondern in seinen Zusammenhang eingebettet: zwischen Mensch, Einheit, Zeit und Ereignis.

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Zugänglich machen

Erschlossene Bestände stehen Forschung, Museen und Bildungseinrichtungen zur Verfügung – als Quelle für Publikationen, als Leihgabe für Ausstellungen, als Grundlage für museumsdidaktische Vermittlung.

Historische Detektivarbeit

Vom Nachlass zur historischen Quelle

Ein militärischer Nachlass ist zunächst eine Ansammlung von Gegenständen. Erst durch systematische Erschließung wird er zur Quelle: durch das Zusammenführen von Fragmenten, das Erkennen von Verbindungen, das Einordnen in größere Zusammenhänge.

Identifizieren Aufnahmen eine bis dato unbekannte Person und können zur Klärung eines Schicksals beitragen? Taucht derselbe Name in mehreren Nachlässen auf? Diese Fragen können nur gestellt werden, wenn Bestände vollständig erhalten und zentral verfügbar sind.

Methoden im Detail

Was erschlossene Bestände ermöglichen

Wissenschaftliche Publikationen

Zugang zu Originalmaterial für Monografien, Aufsätze, Dissertationen – mit Quellennachweis und geregelten Reproduktionsrechten.

Ausstellungen & Museen

Hochauflösende Digitalisate und physische Leihgaben für Ausstellungen und Gedenkstätten.

Museumsdidaktik

Originalgegenstände im Kontext ihrer Erschließung ermöglichen, historische Zusammenhänge nicht nur zu beschreiben, sondern erfahrbar zu machen.

Familienforschung

Angehörige erhalten auf Anfrage Einblick in erschlossene Bestände – unter den vereinbarten Schutzbedingungen.

Forschungsanfrage stellen

Zwei Perspektiven – eine Institution

Für Angehörige

Was passiert mit dem Nachlass?

Er wird als Einheit bewahrt, fachgerecht konserviert, wissenschaftlich erschlossen und dauerhaft gesichert.

Kann der Name geschützt werden?

Ja – von vollständiger Nennung bis zur vollständigen Anonymisierung, schriftlich vereinbart.

Was nehmen Sie an?

Briefe, Fotos, Tagebücher, Orden, Ausrüstung, Dienstunterlagen – auch unvollständige Bestände.

Für Forscher

Wer erhält Zugang?

Wissenschaftler, Museen, Journalisten und Bildungseinrichtungen mit nachgewiesenem Zweck.

Ist digitale Einsichtnahme möglich?

Ja – für digitalisierte Bestände nach Vereinbarung per gesichertem Fernzugang.

Gilt der Namensschutz auch für Forscher?

Unbedingt – jede Nutzungsvereinbarung enthält die vereinbarte Schutzebene verbindlich.