Unsere Methoden

Von der ersten Sichtung bis zur dauerhaften Zugänglichkeit – wie das Institut für Militärgeschichte arbeitet.

Fünf Schritte zur historischen Quelle

  • Erstgespräch & Bestandsaufnahme

    Wir führen ein ausführliches Gespräch mit den Übergebenden und nehmen eine erste Bestandsaufnahme vor – um Umfang, Zustand und Besonderheiten zu verstehen.

  • Übernahme & Erstsichtung

    Der Nachlass wird vollständig als Einheit übernommen. Eine erste Sichtung gibt Aufschluss über Erhaltungszustand und Erschließungsaufwand.

  • Konservierung & physische Sicherung

    Beschädigte Materialien werden nach VDR-Richtlinien stabilisiert. Dokumente und Fotografien werden säurefrei verpackt und klimakontrolliert gelagert.

  • Wissenschaftliche Tiefenerschließung

    Jedes Objekt wird verzeichnet, kontextualisiert und in seinen historischen Zusammenhang eingebettet – nach ISAD(G) und DIN 31644.

  • Digitalisierung & Langzeitsicherung

    Alle Materialien werden hochaufgelöst digitalisiert und nach OAIS-Referenzmodell archiviert. Das Digitalisat sichert den Inhalt – es ersetzt nicht das Original.

Der Zeithorizont: die nächsten hundert Jahre und darüber hinaus

Häufige Ursachen für vorzeitigen Verfall im privaten Umfeld

Lichteinfall: UV-Strahlung zerstört Papier und Fotografien innerhalb von Jahren.

Falsche Luftfeuchtigkeit: Zu feucht fördert Schimmel, zu trocken macht Papier brüchig.

Säurehaltige Materialien: Handelsübliche Kartons zersetzen benachbarte Dokumente langsam.

Direkter Hautkontakt: Fingerabdrücke hinterlassen Säuren auf Fotografien und Metall – sichtbar erst Jahre später.

Das Institut übernimmt die konservatorische Verantwortung professionell: mit klimakontrollierten Lagerräumen, säurefreien Materialien, regelmäßigen Zustandskontrollen und reversibler Stabilisierung nach VDR-Richtlinien.

Was wir erschließen

SchriftgutBriefe, Feldpost, Tagebücher, Berichte, Dienstunterlagen
FotografienGlasplatten, Abzüge, Alben, Negative, Dias
AuszeichnungenOrden, Ehrenzeichen, Verleihungsdokumente
Karten & PläneMilitärische Karten, Lageskizzen
Ausrüstung & ObjekteUniformen, Uniformteile, persönliche Mitbringsel
AudiovisuellesTonaufnahmen, Film- und Videomaterial

Anerkannte Standards – in der Praxis

  • ISAD(G): Internationaler Standard für archivische Verzeichnung.
  • DIN 31644: Kriterien für vertrauenswürdige digitale Langzeitarchive.
  • VDR-Richtlinien: Standards für Restaurierung und Konservierung – alle Eingriffe reversibel und dokumentiert.
  • OAIS (ISO 14721): Referenzmodell für offene Archivinformationssysteme.
  • Vollständige Provenienzerfassung jedes Stücks.
  • Vier-Augen-Prinzip bei der wissenschaftlichen Verzeichnung.
  • Regelmäßige Integritätsprüfungen der digitalen Bestände.
  • Lückenlose Dokumentation aller Erschließungs- und Konservierungsschritte.

Fragen zu unserer Arbeit?

Wir erläutern gern, wie wir mit einem spezifischen Nachlass oder einer konkreten Forschungsanfrage verfahren würden.

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